Die Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände (GFB) ist die offizielle Vertretung
der Fachärzte Deutschlands in allen Versorgungsbereichen (ambulant, stationär, Rehabilitation).
.
Sie vertritt die fachärztlichen Verbände gegenüber der Politik. Wir setzen uns für die Weiterentwicklung der fachärztlichen Versorgung
aller Patienten auf hohem Niveau ein.

Berufsverband der Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Deutschlands e.V.


Der Berufsverband vertritt die Interessen von über 4000 Fachärztinnen und Fachärzten in den Gremien der Selbstverwaltung und in der Öffentlichkeit

Die fachärztliche psychosomatisch-psychotherapeutische Versorgung


Seit 1970 ist das Fach „Psychosomatische Medizin und Psychotherapie“ Pflichtteil des Medizinstudiums. 1992 entstand ein neues fachärztliches Gebiet in der Weiterbildung der Ärzte. Es hieß zunächst „Psychotherapeutische Medizin“ und bezeichnete Ärzte, die überwiegend psychotherapeutisch tätig waren. Im Jahre 2003 wurden die Weiterbildungs-
inhalte um psychosomatische Fragestellungen erweitert und der „Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie“

geschaffen. Er hat einen umfassenderen Versorgungsauftrag.

Versorgungsbereich


Der Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie ist medizinisch und psychotherapeutisch ausgebildet und auf die Versorgung von Kranken ausgerichtet, bei
denen psychische und körperliche Wechselwirkungen vorliegen. Dieser neuartige fachärztliche Versorgungsbereich umfasst ca. 25 % der Bevölkerung und einen noch höheren Anteil der Patienten eines Hausarztes, d.h. dass bei einem sehr hohen Prozentsatz von Kranken in der einen oder anderen Weise psychosomatische Problemstellungen vorliegen: entweder findet der Hausarzt trotz körperlicher Beschwerden seines Patienten keine körperlichen Ursachen dafür („alles in Ordnung“) oder es liegen körperlich-seelische und seelisch-körperliche Wechselwirkungen bei einer schweren körperlichen Grunderkrankung vor. Diese Arten von Gesundheitsstörungen beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen erheblich und belasten die Krankenversicherungen mit hohen Kosten.

Anwendungsbereiche


Übliche fachärztliche Versorgungspraxis mit einer offenen Sprechstunde und einem differenzierten, psychotherapeutischen und medizinischen Behandlungsangebot, das auf unterschiedliche Patientenbedürfnisse zugeschnitten ist. Psychosomatischer Konsultationsdienst im Krankenhaus. Psychosomatische Prävention und Rehabilitation. Grundlagenforschung, Methoden- und Versorgungsforschung. Psychosomatisch-psychotherapeutische Weiter- und Fortbildung für medizinische Fächer (Querschnittsfach).

Behandlungsmethoden


Psychodynamische und psychoanalytisch orientierte Psychotherapieformen;
Verhaltenstherapie; kognitiv-behaviorale Therapie und psychophysiologische Therapien
(z.B. Bio-Feedback); körperbezogene Therapien; psychotherapeutisch-medikamentöse Kombinationsbehandlungen; Entspannungstherapien; komplexe, zusammengesetzte (multimodale) vollstationäre Intensivbehandlungen in Fachkrankenhäusern und Rehabilitationskliniken oder ambulant ganztägig in Tageskliniken (teilstationär).

Weiterbildung


5 Jahre praktische und theoretische, psychosomatisch-psychotherapeutische Ganztagsweiterbildung in Krankenhäusern und Facharztpraxen im Anschluss an die ärztliche Approbation. Darin enthalten: 1 Jahr Psychiatrie, 1 Jahr Innere Medizin und umfassende psychotherapeutische Weiterbildung in den Verfahren der Richtlinie-Psychotherapie.

Merkmal


Ärztliche und psychotherapeutische Kompetenz.

Berufliches Selbstverständnis


Typisch ärztliche Identität: Verantwortungs- und (Be-) Handlungsbereitschaft im gesundheitlichen Interesse des Kranken. Erweiterung der herkömmlichen ärztlichen
Kompetenz um die psychotherapeutische und deren Verinnerlichung in das ärztliche Selbstverständnis. Anpassung an die individuellen Behandlungsmöglichkeiten der Patienten je nach Befund- und Motivationslage ( „ärztliche Haltung“ ), nicht primär Auswahl von Patienten passend zu einer vorgehaltenen Psychotherapiemethode.

Versorgungsauftrag des Facharztes für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie


Vermeidung von chronischen Krankheitsverläufen durch rechtzeitige Psychotherapie. Konsiliarische Beratung von Fach- und Hausärzten zwecks frühzeitiger Beachtung von psychosomatischen Gesichtspunkten. Ergänzende, psychosomatisch-psychotherapeutische Behandlung von Kranken mit schweren Organerkrankungen zur Verbesserung von Lebensqualität, Prognose und Krankheitsverarbeitung (Coping). Berücksichtigung psychosozialer Gesichtspunkte bei den zunehmenden Mehrfacherkrankungen im Alter (Multi-Morbidität). Schonung ökonomischer Ressourcen.

Weitere Politische Ziele


Entwicklung einer professionellen fachärztlichen Praxisstruktur. Förderung der Weiterbildung in geeigneten Praxen. Entwicklung von interdisziplinären Versorgungsstrukturen für die Behandlung von psychosomatischen Erkrankungen. Förderung der Weiterbildung in der ambulanten Versorgung. Entwicklung von Verbundsystemen für die Weiterbildung im Fachgebiet. Versorgungsforschung.

www.bpm-ev.de

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letzte Änderung: 9.12.2016 8:50